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    Wie ein selbstgebautes Haus zwei Superhosts geholfen hat, in den Teilruhestand zu gehen

    Wie ein selbstgebautes Haus zwei Superhosts geholfen hat, in den Teilruhestand zu gehen

    Airbnb
    17. Jän 2019
    Lesezeit: 4 Min.
    Vom ersten Ziegelstein bis zum ersten Gast: Ein Paar berichtet über seine Erfahrungen als Gastgeber.

    Für die Superhosts Mary und Buster Reynolds sind die Themen Gastfreundschaft und Hausbau seit 40 Jahren fester Bestandteil ihres Lebens. „Es ist ein Lebensstil“, sagt Buster. Er und seine Frau Mary haben seit 1980 an ihrem Haus gebaut und es stets mit Gästen geteilt. „All die neuen Gesichter, die Tag für Tag zu uns kommen, ermöglichen uns, unser Zuhause immer wieder mit anderen Augen sehen. Wir sind wirklich stolz auf diese Geschichte.“ Das Anwesen liegt in einem ehemaligen Vogelschutzgebiet in Südafrika, eine halbstündige Busfahrt von Johannesburg entfernt. Es verfügt über ein Haupthaus mit drei Gästezimmern und zwei Gästehäuser. Und gestern Abend hat das Paar sein Bauprojekt endlich abgeschlossen! „Ich bin sozusagen gerade erst mit den Fliesen im neuen Bad fertig geworden“, lacht Mary.

    Neben dem Fliesen verlegen haben sich Mary und Buster etwas Zeit genommen und uns erzählt, wie sie als Gastgeber angefangen haben, wie es ihnen im Ruhestand geholfen hat und warum 5000 Kilometer entfernt in Nigeria womöglich ein ähnliches Haus steht.

    Auf eigene Faust ein Haus zu bauen, ist ein ganz schönes Unterfangen. Wart ihr zuvor im Bauwesen tätig?
    Mary: „Eigentlich nicht. Buster war Kameramann und ich habe den Großteil meines Lebens als Lehrerin gearbeitet. Wir hatten früher mal einen Vermieter, der Cottages gebaut hat. Sie waren so schlecht gebaut, dass wir dachten: ‚Wenn er so etwas kann … können wir es besser.‘ Also schloss Buster einen Maurerkurs ab und ich kaufte mir ein Buch über Sanitärtechnik.“

    Das ist eure Ausbildung?
    Buster: (lacht) „Wir hatten damals nicht genug Geld, um uns ein Haus zu kaufen. Es gab keine andere Möglichkeit für uns, an das Haus kommen, das wir haben wollten. Auf dem Stückchen Land, das wir wollten. Unser Startkapital betrug 3.000 Rand (218 US-Dollar). Damit haben wir angefangen. Wir haben jedes Wochenende gearbeitet. Jede freie Minute und jeder Cent, den wir über hatten, floss in das Haus.“

    Mary: „Buster hat die Außenstruktur des Hauses gemacht und ich habe mich um den Innenausbau gekümmert. Die Balken sind aus einheimischen Gummibäumen hergestellt. Ein Großteil des restlichen Holzes stammt vom Schrottplatz der Crown Mines, einer der ersten Goldminen in Johannesburg. Nur die Elektroinstallation und das Strohdach überstiegen unsere Fähigkeiten. Das haben Profis erledigt. Das Decken von Strohdächern ist ein traditionelles Handwerk, deshalb haben wir dafür einheimische Fachleute angeheuert. Das Gras für die Dächer haben die Frauen der Fachleute selbst geschnitten. Wir sind fast unser gesamtes Leben Leitern hoch- und runtergeklettert – fast wie Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Es ist, als würden wir in einem Kunstwerk leben.“

    Ist das Haus ein gutes Thema, um mit Gästen ins Gespräch zu kommen?
    Buster: „Ja, ganz klar. Das Haus ist offen gebaut. Dieser Ausdruck existierte 1980 noch gar nicht. Aber jetzt hat uns die Zeit endlich eingeholt! Die Gäste kommen durch die Küchentür und werden Teil [des Hauses und] von dem, was wir ihnen zum Frühstück servieren: hausgemachte Marmeladen aus dem eigenen Garten, eingelegte Gurken und Chutneys sowie selbstgebackenes Knuspermüsli und Muffins. Es gibt immer verschiedene Brotsorten, jede Menge Kaffee und Rooibos-Tee, eine typisch südafrikanische Gewohnheit. Wir verbringen mindestens eine Stunde am Frühstückstisch und führen nette Gespräche.“

    Mary: „Wir hatten mal eine Gruppe aus Nigeria zu Besuch, die ein 5-Sterne-Hotel erwartet hatte. Als sie hineinkamen, machten sie lange Gesichter, aber es dauerte nicht lange, bis sich das in Begeisterung verwandelte. Als sie sich verabschiedeten, bat uns einer der Gäste um eine Kopie des Grundrisses, weil er ein Haus wie unseres bauen wollte. Irgendwo in Nigeria steht also vielleicht ein Klon unseres Hauses.“

    Ein größeres Kompliment kann es nicht geben! Wie seid ihr dazu gekommen, Gäste bei euch aufzunehmen?
    Mary: „Über den American Field Service AFS, ein internationales Austauschprogramm. Wir hatten 1984 eine fantastische Reise nach Amerika unternommen. Und nach unserer Rückkehr suchte AFS nach Gastgeberfamilien. Seitdem haben wir sieben Studenten aus der ganzen Welt jeweils für ein Jahr beherbergt. Gäste bei uns aufzunehmen ist ein Lebensstil für uns geworden. Wir haben dann auch noch zwei Cottages gebaut. Ursprünglich für unsere Eltern und später als Ferienwohnungen. 2017 riet uns unsere Tochter Katy dazu, Airbnb beizutreten. Wir erhielten mehr oder weniger sofort die ersten Buchungen.“

    Was gefällt euch am meisten am Gastgeben?
    Mary: „Die Menschen. Wir haben es stets genossen, Leute hier zu haben, verschiedene Kulturen kennenzulernen und zu erfahren, was die Menschen nach Südafrika führt. Einmal hatten wir eine tolle Gruppe von Afroamerikanern aus Chicago zu Besuch, die mehr über ihre Wurzeln erfahren wollten. Wir zeigten ihnen Orte, an denen man unserer Meinung nach authentische afrikanische Dinge erleben kann. Und es hat sie umgeworfen. Sie waren vollends begeistert von der Kultur.“

    Buster: „Und dann war da noch dieser Argentinier, der so von unserem Kompostiersystem fasziniert war, dass er in seiner Heimat ein Kompostunternehmen gründen wollte. Das sind die Geschichten, die uns antreiben.“

    Mary: „Das zusätzliche Einkommen hat uns ebenfalls sehr geholfen, da Buster vorzeitig in Rente gehen musste und ich in Altersteilzeit beschäftigt bin. So mussten wir unser Zuhause nicht aufgeben. Wir beschäftigen auch zwei Hausangestellte und einen Gärtner. Wenn wir das Einkommen von Airbnb nicht hätten, würden auch sie ihre Jobs verlieren. Es ist nicht unser Ziel, Profit oder gar ein Vermögen zu machen, absolut nicht. Wir wollen nur unser Zuhause behalten und Nelly, Elizabeth und Mishek weiterhin bei uns beschäftigen.“

    Habt ihr Ratschläge für Gastgeber?
    Mary: „Man muss genießen, was man tut – sonst lohnt es sich nicht. Wir genießen es. Und wenn man positives Feedback bekommt, weiß man, dass man das Richtige tut.“

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